Am 4. September 1944 – die Alliierten rückten an allen Fronten unaufhaltsam vor - ging ein letzter Transport aus den von Deutschland besetzten Niederlanden in das Konzentrationslager Auschwitz. Auch
Celine van der Hoek gehörte zu diesem Transport. Sie war damals gerade 24 Jahre alt und hatte schon eine schreckliche Odyssee hinter sich. Sie war untergetaucht, nachdem ihre Mutter und ihr Bruder verhaftet und zur Vernichtung abtransportiert worden waren. Celine war nach zweimaliger Inhaftierung durch die Deutschen in das niederländische Sammellager Westerbork gebracht worden, von wo aus wöchentlich Transport mit jüdischen Menschen in die Vernichtungslager im Osten geschickt wurden.
Bei ihrem Vortrag in der Osnabrücker Volkshochschule und bei zwei weiteren Terminen in Schulen der Region schilderte Celine van der Hoek die furchtbaren Bedingungen des mehrtägigen Transports nach Auschwitz den viele, vor allem Ältere und Kinder, nicht überlebten. Sie waren in den engen, überfüllten Viehwaggons erstickt. An der Rampe in Auschwitz wartete auf die Überlebenden die Selektion durch Lagerärzte, unter ihnen der für seine Versuche mit Menschen berüchtigte Arzt Josef Mengele. Alte, Kranke, Kinder, alle, die nicht arbeitsfähig waren, wurden sofort selektiert und in die Gaskammern geschickt. Auf alle anderen wartete ein unmenschlicher Lageralltag in Auschwitz, Birkenau und den zahlreichen Außenlagern. Als Celine van der Hoek und ihre Leidensgenossinnen endlich von der vorrückenden Roten Armee befreit werden wiegt sie nur noch 24 Kilo und kann sich kaum noch auf den Beinen halten.
Danach gefragt, warum sie im Alter von 87 Jahren immer noch die Mühe auf sich nimmt, in der Öffentlichkeit über ihr Schicksal und über den Holocaust zu sprechen, gibt Celine van der Hoek eine klare Antwort: Es gehe ihr darum, dass die Geschichte sich nicht wiederhole dürfe. Auch heute müsse man entschlossen nationalistischen und rassistischen Tendenzen entgegentreten und Farbe bekennen. Eine Aussage, für die Frau van der Hoek in allen Veranstaltungen Beifall bekam.




