„Nutzen Sie die zweite Chance, die Sie sich selber erarbeitet haben!“ - mit diesen Worten beglückwünschte Ministerpräsident Christian Wulff über 70 junge Männer und Frauen, die im Zweiten Bildungsweg an der Volkshochschule der Stadt Osnabrück erfolgreich ihren Haupt- und Realschulabschluss nachgeholt haben.
In Anspielung auf die demographische Entwicklung und einen sich abzeichnenden Facharbeitermangel machte Wulff den Absolventen Mut: „Auf Sie kommt es in Zukunft an!“ Er wies auf die noch vor wenigen Jahren „skandalös hohe Quote“ von über 10% der Jugendlichen hin, die in Niedersachsen keinen Schulabschluss gehabt hätten. Zwar sei es schon jetzt gelungen, diese Quote zu senken, doch Ziel müsse es sein „auf unter 5% zu kommen“.
Eine „wichtige Rolle“ werde dabei der Zweite Bildungsweg spielen, der stärker gefördert werden solle „um mehr Stabilität in die Strukturen zu bringen“. Ohne konkrete Zahlen zu nennen, kündigte Wulff eine entsprechende „Nachjustierung in den Haushaltsberatungen“ an.
VHS Osnabrück als "Vorzeigeeinrichtung und Perle"
Zuvor hatte VHS-Direktor Dr. Johannes Hartkemeyer kritisch darauf hingewiesen, dass trotz eines im letzten Jahr eingerichteten Sonderfonds des Landes Niedersachsen die VHS und die Stadt noch immer 50% der Kosten im Zweiten Bildungsweg tragen müssten. Er wies auch auf ein eklatantes Missverhältnis hin, wonach für einen Schüler des Zweiten Bildungswegs nur knapp 10% der Mittel stünden, die öffentliche Schulen oder Abendschulen bekämen. In diesem Sinne forderte er ein „Recht auf Bildungschancen für alle, denn Bildung ist Zukunft“.
Besonders freuen durften sich an diesem Tage Felix Maasz sowie Franziska Demant und Olga Bart, die als beste Hauptschul- und Realschulabsolventen von Wulff mit einem Blumenstrauß bzw. einem Globus ausgezeichnet wurden. Freuen durfte sich aber auch die Volkshochschule der Stadt Osnabrück, die Wulff abschließend als eine „Vorzeigeeinrichtung, eine Perle in der Bildungslandschaft Niedersachsens“ lobte.



