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25 Jahre Colloquium Dritte Welt 

"Die Dritte Welt ist überall"

Colloquium Dritte Welt feiert 25jähriges Jubiläum

Die Welt „ein wenig gerechter und friedlicher zu machen“: dies ist das Ziel des Osnabrücker „Colloquium 3. Welt. Umwelt und Entwicklung“, das jetzt sein 25jähriges Jubiläum feiert. „Wir haben viele heiße und unbequeme Themen angepackt, wichtige Impulse gesetzt und nehmen in unserer Kontinuität und Aktivität wohl bundesweit eine einmalige Rolle ein“ resümierte Dr. Carl-Heinrich Bösling von der Volkshochschule der Stadt Osnabrück die vergangenen 25 Jahre. Er ist mit Prof. Mohssen Massarat von der Universität Osnabrück einer der Gründerväter des Colloquiums, in dem sich verschiedenste Initiativen und Institutionen zusammen gefunden haben.
Mit Vorträgen, Diskussionen und Kongressen fördert das Colloquium öffentlichkeitswirksam den „interdisziplinären Dialog“ rund um das Thema Umwelt und Entwicklung. Die semesterweise wechselnden Themen-Schwerpunkte sind dabei, so Bösling, „ein Spiegelbild der relevanten gesellschaftlichen Diskussionen“ und versuchten immer wieder den „engen Zusammenhang zwischen Frieden, Umwelt und gesellschaftlicher Entwicklung“ zu verdeutlichen.

Global denken, lokal handeln

Noch immer folgen die Organisatoren des Colloquiums dabei dem Leitmotto des „Global denken und lokal handeln“. Doch, wie Massarat ausführte, „hat sich die Welt in den vergangenen 25 Jahren grundlegend gewandelt“. Sie sei durch die Globalisierung näher zusammen gerückt und die Grenzen zwischen Nord und Süd, zwischen erster und dritter Welt gingen fließend ineinander über.
„Die dritte Welt ist heute überall“ spitzte Dr. Uwe Rolf vom Aktionszentrum Dritte Welt unter anderem im Hinblick auf die neue Armut in reichen Industrieländern diese Entwicklungstendenz zu. Entwicklungspolitik fange daher auch immer vor der eigenen Haustür an und hier konnte das Colloquium in der Vergangenheit eine wichtige Vorreiterrolle einnehmen, so z.B. beim lokalen Agenda-Prozess und den fair gehandelten Produkten aus der 3. Welt.
Mittlerweile hat sich das mit hohem ehrenamtlichen Engagement betriebene „Colloquium Dritte Welt“ auch bundesweit einen so guten Ruf erarbeitet, dass Prominente und Experten aus dem In- und Ausland der Einladung nach Osnabrück gerne folgen – die Reihe reicht dabei vom Träger des alternativen Nobelpreises, Johan Galtung, über den Leiter des Orientinstituts, Udo Steinbach, bis zum ARD-Korrespondenten Ulrich Tilgner oder den amtierenden afghanischen Innenminister Rangin Dadfar Spanta, der sogar zwei Mal Gastreferent des Colloquiums war.

Aktueller Themenschwerpunkt

In diesem Semester widmet sich das Colloquium dem Themenschwerpunkt „Feindbilder: Antisemitismus und Islamfeindlichkeit“. Die Organisatoren sehen diese verstärkt auftretenden fremdenfeindlichen Tendenzen auch als eine der Folgen der Globalisierung mit ihren vielfachen Kulturumbrüchen und Migrationsbewegungen. Aus verschiedenen Perspektiven beleuchten Referenten in Vorträgen und Seminaren die Islamfeindlichkeit und den Antisemitismus in Deutschland, in der arabisch-islamischen Welt sowie in den USA. Zum Auftakt wird Professor Georg Ruhrmann am Dienstag, den 17. April dabei auch die Berichterstattung der Medien kritisch in den Blick nehmen. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr im Haus der Volkshochschule an der Bergstraße der Eintritt ist frei.

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