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Bilder, die lügen 

Bilder, die lügen

Ein Bericht von Dr. Carl-Heinrich Bösling

Wir leben in einer Welt von Bildern. Sie begegnen uns in der Werbung, in der Politik, im Journalismus. Besonders Fotografien und Fernsehbilder – so scheint es – produzieren ein originalgetreues und vermeintlich objektives Abbild der Realität, sie prägen unser "Bild" von der Welt.
Die Wanderausstellung "Bilder, die lügen" fragt nach der Objektivität von Bildern und zeigt Grundmuster der Manipulation von und mit Bildern. Die BesucherInnen tauchen ein in ein "Lügen-ABC": von "A wie Aktuelles" über "K wie Kalter Krieg" bis "Z wie Zukunft". Rund 300 Objekte veranschaulichen die Bandbreite des Themas.
Die bekannteste Methode, Fotos zu manipulieren, ist der direkte Eingriff in das Bildmaterial. Vor allem totalitäre Systeme nutzen bis heute diese Methode. "D wie Damnatio memoriae" bedeutet im klassischen Verständnis, die Erinnerung an bereits verstorbene Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens auszulöschen. Die Ausstellung zeigt, wie missliebig gewordene und in Ungnade gefallene Personen aus vorhandenem Bildmaterial entfernt und so aus der geschichtlichen Erinnerung gestrichen werden.
Bilder lügen auch durch Informationen zum Bild: "B wie Born" rollt einen der spektakulärsten Fälle von Fälschung im Fernsehen auf. Mangelhafte journalistische Sorgfalt ermöglichte dem freiberuflich arbeitenden Journalisten Michael Born, Magazinbeiträge mit gestellten Szenen bei verschiedenen Sendern zu platzieren. Nicht die Bilder allein, sondern erst die begleitende Kommentierung machten die Beiträge zur Lüge.

Manipulation und Inszenierung

Ein weiteres Grundmuster ist die "Lüge mit Bildern", die geschickte und manipulative Zusammenstellung von Einzelbildern. "F wie Führermythos" zeigt am Beispiel des "Führers" Adolf Hitler die Inszenierung einer Person zum fast übernatürlichen Wesen der "Vorsehung".
Jeder "Fall" der Ausstellung wird in seinem spezifischen historischen Kontext erläutert. Wesentliche Rollen spielen technische Umsetzung, Entlarvung und Rezeption der Lügengeschichten. Ziel ist, die BesucherInnen zu kritischem Umgang mit Bildern anzuregen.
Die Wanderausstellung wurde mit finanzieller Unterstützung der Bundeszentrale für politische Bildung (siehe unten) realisiert.
Die Wanderausstellung "Bilder, die lügen" wurde vom Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Bonn (siehe unten) realisiert. An ihren verschiedenen Stationen hat sie jeweils für großes Aufsehen gesorgt. Allein in Berlin, wo sie im Deutschen Historischen Museum zu sehen war, strömten mehr als 140.000 Besucher in die Ausstellung.
Die Volkshochschule Osnabrück zeigt die Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Kulturgeschichtlichen Museum im Oberlichtsaal des Museums in der Zeit vom 24. September 2006 bis zum 12. Januar 2007.
Für die Unterstützung unseres Ausstellungsprojekts danken wir der Osnabrücker Baufirma Köster.
Begleitpublikation zur Ausstellung "Bilder, die lügen", hrsg. von der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, Bouvier-Verlag, Bonn, 14,90 Euro.

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